Natursteinbogenbrücke über die Glems in Unterriexingen

Natursteinbogenbrücke über die Glems in Unterriexingen

 

Die kleine Gewölbebrücke liegt im Unterriexinger Wasserschutzgebiet und war deshalb unter besonderen
Voraussetzungen zu sanieren. Die Zufahrt zur Baustelle war nur von einer Seite über einen 400 Meter langen
Feldweg möglich. Alle angrenzenden Wiesen und Gärten sind privat und durften nicht befahren werden. Somit
lag ein besonderes Augenmerk auf der Baustellenlogistik. Unter anderem musste die Reihenfolge der Arbeiten
genau geplant werden, da die hintere Seite der Brücke nach dem Rückbau des alten Belages nicht mehr mit
Fahrzeugen zugängig war. Eine weitere Besonderheit in den Auflagen der Umweltbehörde waren der
Fledermausschutz und das Liefern von neophytenfreiem und zertifiziertem Mutterboden.

Nachdem diese Rahmenbedingungen besprochen waren, durfte endlich mit der Sanierung begonnen werden. Im
ersten Schritt wurden alle offenen und maroden Natursteinfugen an der Untersicht instandgesetzt und
anschließend der komplette Brückenüberbau mit Asphaltbelag, Schutzbeton, Brüstungsmauern und Geländer
demontiert und zurückgebaut. Dabei stellte sich heraus, dass die oberseitigen Fugen nicht mit Mörtel
geschlossen, sondern lediglich mit Erde verfüllt waren. Um ein Einstürzen der Brücke zu verhindern, wurde
Quadratmeter für Quadratmeter die Erde aus den Fugen mit kleinem Werkzeug und Industriesauger entfernt und
sofort mit einem Fix-Mörtel verschlossen. Nach zwei Wochen Sisyphusarbeit konnte dann endlich mit der
eigentlich geplanten Instandsetzung begonnen werden.

Die Arbeitsräume wurden freigelegt und man begann mit der Verankerung und der Betonage der neuen
Bodenplatte. Die weiteren Schritte waren das Einschalen, Bewehren und Betonieren der seitlichen Wände, die
wiederum mittels einbetonierten Halfenschienen (Bewehrungsanschlüsse) durch Querriegel miteinander
verbunden wurden. Diese verhindern das Wegkippen der Wände und dienen zur Aussteifung der Brücke.

Die größte Herausforderung hierbei war der nicht symmetrisch verlaufende Natursteinbogen, der in die neuen,
parallel verlaufenden Betonbrüstungen integriert werden musste. Alle Betonierarbeiten wurden auch unter
beengten Verhältnissen mittels einer Betonpumpe ausgeführt. Die nachfolgenden Tätigkeiten wie die
Spritzabdichtung, der Schutzbeton und die Auffüllarbeiten waren dann wieder Standard.

Zum Schluss wurde noch das Geländer montiert, welches auf Grund einer weiteren Auflage der
Naturschutzbehörde aus Holz hergestellt werden musste, damit der in diesem Gebiet ansässige Eisvogel nicht
am Stahlgeländer festfrieren kann.